Mobiler Lebensmittelhandel: QR-Code startet „Around the world“

13. Mai 2012

in Alle Artikel, Blick ins Ausland

Ursprünglich für die optimale Abwicklung logistischer Abläufe in der Automobilindustrie entwickelt, durchziehen QR-Codes (englisch: Quick Response) mittlerweile viele Bereiche unserer Konsumgesellschaft, um zusätzliche Informationen bereitzustellen. Dafür wird in der Regel der abgebildete QR-Code über die Smartphone Kamera gescannt und anschließend decodiert, so dass der Nutzer kurzerhand weiterführende Angaben bekommt.

Tescos virtuelle Fotowand in Fernost

QR-Code erfreut sich somit auch im Lebensmittelhandel zunehmender Beliebtheit. Bereits im Sommer 2011 tauchten erste Angebote mit QR-Code für Lebensmittel in Südkoreas Hauptstadt Seoul auf. Dort experimentierte die englische Supermarktkette Tesco über ihre Tochter in einer U-Bahnstation mit dem neuartigen Angebot, um Lebensmittel mobil zu verkaufen.

Weil Koreaner zu denen am längsten arbeitenden Menschen weltweit gehören, steht die effektive Nutzung ihrer knappen Freizeit primär im Vordergrund. Insbesondere auf dem Weg zur Arbeit verbringen die Menschen viel Zeit mit Warten. Diesen Umstand machte sich Tesco zu Nutze und integrierte riesige Plakatwände mit Lebensmitteln an U-Bahnstationen. Seitdem können die Reisenden buchstäblich beim Warten mobil Lebensmittel einkaufen und sparen wertvolle Minuten, die nicht noch zusätzlich durch lange Schlangen in den Supermärkten verloren gehen.

Peapod holt virtuellen Supermarkt in Staaten



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Auch der amerikanische Online-Supermarkt Peapod hat den besonderen Nutzen in der QR-Technologie erkannt und brachte den mobilen Service in die Vereinigten Staaten. Bereits Anfang des Jahres wurden erste gemeinsame Tests vom Lebensmittel-Onlinehändler Peapod, sowie den Marrkenherstellern Coca-Cola und Procter & Gamble Charmin durchgeführt. Dafür wurden an Haltestellen in Philadelphia große Plakate aufgedruckt, so dass potentielle Nutzer über die Peapod-App und das Scannen der QR-Codes Lebensmittel mobil kaufen konnten.

Dieses Konzept wurde von Peapod in der vergangenen Woche ausgeweitet und der erste virtuelle Pilotshop in Chicago eröffnet. Dafür wurden die langen Wände in Chicago’s State and Lake Tunnel komplett in einen virtuellen Supermarkt verwandelt. Die Produkt-Bilder darauf lassen den Eindruck entstehen, sich in einem voll gefüllten Supermarkt zu befinden. Somit verschmelzen die virtuellen Regale zum mobilen Shopping-Erlebnis im Alltag der Menschen.

Analog dem koreanischen Vorbild nutzt auch der Internet-Lebensmittelhändler Peapod die Problematik der Berufspendler. Als potentielle Kunden kommen dabei die wöchentlich mehr als eine Million Fahrgäste in Chicago in Betracht. Denn diese verbringen im Durchschnitt täglich mehr als eine Stunde Fahrt zur Arbeit und zurück. Dies macht in Summe weit mehr als 200 Stunden im Jahr. Laut Peapod-COO Mike Brennan hilft der neue Service PeapodMobile diese Zeit in produktive Zeit umzuwandeln.

Der ersten Gehversuche im Discounterland

Auch in Deutschland nutzen mittlerweile die ersten Lebensmittelhändler QR-Code direkt auf den Verpackungen der Lebensmittel, um ihren Kunden weiterführende Informationen über einzelne Produkte anzubieten. Richtig konsequent an diese Thematik geht bis dato jedoch nur ein (noch) kleines Startup aus Düsseldorf.

Die Lebensmittel-Onlinehändler von Emmas Enkel setzen bereits jetzt im Gegensatz zu den Etablierten der Branche konsequent auf den Multi-Channel-Vertrieb. Dafür haben sie auch ihre Schaufensterfront in einen virtuellen Laden mit 400 Produkten verwandelt, so das Vorbeigehende auch außerhalb der Öffnungszeiten jederzeit einkaufen können.

Wie einfach und optisch ansprechend man den virtuellen Warenkorb fühlen kann, kann im Beitrag von Emmas Enkel (16.01.2012) nachgeschaut werden. Was meint Ihr, wird sich dieses Einkaufsverhalten mittelfristig auch hierzulande durchsetzen?

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