Jerkyshop.de Interview: Wie gründet man Deutschlands größten Onlineshop für Trockenfleisch

9. Oktober 2012

in Alle Artikel, Nachgefragt

Mit dem Online-Verkauf von Trockenfleisch bietet Jerkyshop.de eine für unsere gemäßigten Breiten doch eher ungewöhnliche Geschäftsidee und erobert damit kontinuierlich den hiesigen Markt. Im Interview verraten uns die beiden Gründer, wie alles begann und warum es sich sogar lohnt einen ersten stationären Shop in der Hauptstadt Berlin eröffnet zu haben.

Wie kommt man in unseren gemäßigten Breiten überhaupt auf die Idee, Trockenfleisch zu verkaufen und wie lang gibt es den Jerkyshop bereits?

Jerkyshop gibt es jetzt mittlerweile seit über 6 Jahren. Auf die Idee kamen wir, nachdem Christopher während eines Kanada-Urlaubs die komplette Urlaubskasse in Beef Jerky gesteckt hat und es dann zurück in Deutschland quasi unmöglich war, die Sucht zu befriedigen.

Da lag die Vermutung nahe, dass es vielleicht auch anderen so geht, was sich dann auch bestätigt hat. Am Anfang hatten wir nur einen Hersteller im Angebot, mittlerweile kann man aus über 100 Produkten diverser Produzenten wählen – Tendenz weiter steigend.

Jerkyshop - Trockenfleisch online

Worin genau unterscheidet sich das afrikanische Biltong vom amerikanischen Jerky und was sind insgesamt die Vorteile dieser doch eher ungewöhnlichen Snack-Alternative?

In den USA, Südafrika und auch Australien ist Trockenfleisch überhaupt nichts ungewöhnliches, man erhält es quasi an jeder Ecke. Der Unterschied liegt hauptsächlich im Geschmack und in der Konsistenz: Biltong hat einen intensiveren Fleischgeschmack und ist in der Regel deutlich weicher. Das kommt daher, dass Biltong normalerweise im Stück getrocknet und erst dann geschnitten wird.

Im Gegensatz zu den bei uns sonst üblichen Snacks und Knabbereien hat Trockenfleisch wesentlich bessere Nährwerte. Einige unserer Kunden machen sogar Beef Jerky Diäten (z.B. „Low-carb“) – reichlich Proteine, wenig Kalorien und trotzdem lecker.

Woher bezieht der Jerkyshop sein Fleisch? Gibt es auch europäische Produzenten und wie genau kann man sich die Herstellung von Trockenfleisch vorstellen?

Wir beziehen unsere Produkte direkt von diversen Herstellern innerhalb Europas. Das Fleisch selbst kommt in der Regel aus Südamerika, Neuseeland oder im Falle von Safari Biltong und Conower Jerky aus Deutschland.

Die Herstellung variiert auch je nach Hersteller. Aber grundsätzlich wird möglichst mageres Steakfleisch mit verschiedenen Gewürzen mariniert, manchmal geräuchert und dann an der Luft getrocknet. Man benötigt für 100g Jerky etwa 200-300g Frischfleisch.

Wie groß schätzt Ihr das Marktpotential hierzulande ein und wen zählt ihr zur Hauptzielgruppe für die getrockneten Fleischprodukte?

Unsere Zielgruppe sind zum großen Teil Leute, die – wie wir auch – Jerky und Biltong im Urlaub kennengelernt haben und auf den Geschmack gekommen sind. In Deutschland ist Trockenfleisch zwar noch ein Nischenprodukt, wir können aber einen kontinuierlichen Anstieg feststellen und merken, dass Beef Jerky immer beliebter und bekannter wird. Fans gibt es auf jeden Fall überall und in allen Altersklassen.

Jerkyshop Berlin

In diesem Jahr habt Ihr den ersten stationären Shop in Berlin eröffnet. Könnt Ihr bezüglich des Kaufverhaltens einen Unterschied zwischen dem Online- und Offlinekanal ausmachen?

Auf jeden Fall. Im Laden verkaufen wir deutlich mehr Biltong. Das scheint sich unter den Südafrikanern in Berlin recht schnell herumgesprochen zu haben. Online ist nach wie vor Beef Jerky der Verkaufsschlager.

Gibt es einen absoluten Dauerbrenner im Sortiment, den man unbedingt mal probieren sollte?

Der Bestseller ist von Anfang an das weltweit sehr bekannte Jerky von Jack Link’s. Unsere Favoriten sind aber die Chili Stokkies von Safari. Da hat man ordentlich was zu beißen und läuft nicht Gefahr, dass die Tüten nach 2 Minuten leergegessen ist; und das Wild West Natural Habanero Jerky für alle die es richtig scharf mögen. Aber da gehen die Geschmäcker ja bekanntlich auseinander.

Biltong und Jerky online kaufen

Was ist in Zukunft noch alles beim Jerkyshop geplant und wer verbirgt sich eigentlich hinter dieser speziellen Geschäftsidee?

Wir, Karsten und Christopher, sind zwei Berliner Ex-Studenten, haben unser Studium aber abgebrochen, um uns selbstständig zu machen. Da wir von Anfang an alles selbst in die Hand genommen haben (von Shopumsetzung bis Steuererklärung), konnten wir mit einem sehr kleinen Budget starten.

Für die Zukunft wollen wir unser Sortiment weiter ausbauen. In Kürze werden wir die ersten Jerky-Produkte aus Bio-Fleisch von deutschen Metzgereien anbieten und bald gibt es einige neue hochwertige Saucen. Außerdem arbeiten wir gerade intensiv an einem Relaunch unseres Onlineshops – neues Design, mehr Übersichtlichkeit, mehr Funktionen und auch EU-weiter Versand.

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