Salatfritz.de Interview – Die beste Küche ist die von Mutter

4. Dezember 2012

in Alle Artikel, Nachgefragt

Salatfritz.de überzeugt mit hochwertigen Gourmet Saucen nicht nur deutsche Spitzenköche. Mit welchem Zutaten ihm das gelingt, was sich hinter dem von ihm erfundenen Pesto für grüne Sauce verbirgt und was es mit der veganen Festtagssauce “Wilde Festtagssauce” auf sich hat, verrät er uns im Interview mit Netzkonsum.

Wie ist der Salatfritz überhaupt auf seine Geschäftsidee gekommen? Gab es schon von klein auf die Liebe zu Salaten und raffinierten Saucen oder ist diese Leidenschaft erst viel später erwacht?

Ich war schon von klein an in unserer Familie für die Salatsaucen zuständig. Als meine Cousine von meiner neuen Geschäftsidee hörte, hat sie kommentiert: “Back to the roots”. Sie konnte sich daran erinnern, wie ich im Alter von 8 Jahren als erster auf die Idee kam Marmelade anstatt Zucker in der Sauce zu verwenden.

BioGourmet mit Salatfritz

Was kann der Kunde beim Konsum der biozertifizierten Gourmet Saucen erwarten, sprich was genau ist drin bzw. worauf wird für den perfekten Geschmack bewusst verzichtet?

Man bekommt ein Biozertifikat, auch wenn nur 95% der Zutaten biozertifiziert sind. Ich verwende 100% zertifizierte Zutaten. Meine Philosophie ist es, möglichst hochwertige Zutaten zu verwenden, um einen optimalen Geschmack zu kreieren.

Wichtige Bestandteile sind:

1. Ein hochwertiges Olivenöl, da es sämtliche Ingredienzen optimal hervor schmecken lässt. Ich verwende ein Öl in der Preisklasse 18€/Liter. Das wichtigste beim Olivenöl ist, dass die Oliven am Tag der Ernte gepresst werden. Die Bäume sind teilweise bis zu 1000 Jahre alt.

Das Öl wird nicht gefiltert, sondern die Schwebstoffe sacken in großen Stahlbehältern ab und das Öl wird von oben abgeschöpft. Es werden keine Plastikschläuche mit Weichmachern, wie sie bei den meisten Pressen bis in die 90er Jahre verbaut wurden, eingesetzt.

2. Ein hochwertiges Salz. Ich verwende Ursalz aus den Vorbergen des Himalaya. Ein Meersalz aus Urmeeren, die 230 Millionen Jahren alt sind. Damals war das Meer noch nicht von Giften, Müll und Radioaktivität verseucht.

3. Ich verwende Gemüsebrühe. Sie verfeinert den Geschmack der Saucen, gleicht den Säuregehalt aus und macht die Sauce etwas kalorienärmer. Das verwendete Wasser wird gefiltert und vitalisiert.

4. Da sich Wasser/Essig und Öl trennen, benutze ich ein natürliches biozertifiziertes Bindemittel. Guarkernmehl wird aus den Kernen der Frucht des Guarkernbaumes gewonnen. Es ist für Kleinkindnahrung zugelassen und wirkt ähnlich einer Mehlschwitze. Wir verwenden nur eine sehr geringe Menge, daher trennen sich die Bestandteile nach einiger Zeit ein wenig.

Doch ich denke man kann dem Kunden zumuten die Saucen vor Gebrauch etwas zu schütteln. Andere Hersteller verwenden z.B. Xanthan oder Carragen. Diese Stoffe sind nicht biozertifiziert.

Xanthan wird aus Mais gewonnen, da dieser nicht zertifiziert ist, kann er aus gentechnisch manipuliertem Mais stammen. Bei Carragenen, die nicht für den Einsatz in Bioprodukten zugelassen sind, gibt es krebserregende Substanzen, daher bin ich auch bei den für Bioprodukte zugelassenen Carragenen eher skeptisch.

Salatfritz BioGourmet-Saucen

Mit Nussbeere, Balsamhonig, Sesamapfel und Kürbisingwer existieren bereits vier pfiffige Dressing-Kreationen. Über welche neuen Saucen dürfen sich Gourmet-Liebhaber demnächst noch freuen, gibt es bereits konkrete Ideen?

Seit kurzem sind wir mit einer 8-Kräuteressenz in unserem Onlineshop, bei den LPG Märkten in Berlin und ausgesuchten Feinschmecker Läden im Handel. Sie ist eine Essenz zur Herstellung von Grüner Sauce nach Frankfurter Art und anderen Feinköstlichkeiten.

Ich bin selbst überrascht, dass ich anscheinend als erster auf die Idee gekommen bin, eine Art Pesto zur Herstellung von Grüner Sauce zu erfinden.

Die Grüne Sauce Essenz wird einfach 1:4 mit Saurer Sahne, Schmand oder Joghurt gestreckt, mit etwas Salz verfeinert und schon hat man eine leckere Sauce, die zu Pellkartoffeln, gekochtem Fleisch, Fisch und Spargel passt. Außerdem kann man die “Grie Soß” nun auch im Winter genießen, wenn die Kräuter nicht mehr wachsen.

Das tolle ist allerdings, dass man sie vielseitig einsetzen kann. Ich habe neulich 2 TL mit Olivenöl und Weißwein mit Garnelen und Austernpilzen angerichtet – ein Genuss.

Da unsere Saucen “fälschlicherweise”, vielleicht auch durch den Namen “Salatfritz”, oft nur mit Salat assoziiert werden, bin ich dabei eine vegane Festtagssauce für den Winter zu entwickeln. Sie passt hervorragend zu gebackenem Camembert, Wild, Braten, Ente, Gans oder Fleischersatz.

Ich werde sie “Wilde Festtagssauce” nennen, da sie aus wilden Preiselbeeren und einem wild wachsendem Pfeffer aus der Assam Region in Indien, Sauerkirschen, Orangen und Berliner Chili besteht. Der Wilde Assam Pfeffer hat ein natürliches Raucharoma und war bis vor kurzem in Deutschland nicht im Handel erhältlich. Die Sauce ist ab Anfang Dezember in unserem Onlineshop erhältlich.

Neben dem Onlineshop gibt es Salatfritz-Saucen ja bereits in einer Vielzahl Berliner Bioläden und Verkaufsstellen über die Republik verteilt. Wie ist die Umsatzverteilung – ist es wirklich so, dass Deutsche viel lieber im Ladengeschäft einkaufen?

Das Onlinegeschäft für Nahrungsmittel ist noch im Aufbau. Ich habe aber schon viele Kunden, die es angenehm finden die Saucen direkt nach Hause geliefert zu bekommen.
Die Produkte kommen frisch aus der Manufaktur direkt zum Verbraucher. Wir versuchen den Versand so nachhaltig wie möglich gestalten, indem wir Materialien recyceln, kein gekauftes Plastik verwenden und CO2-arme Lieferung nutzen.

Die Gourmet-Saucen sind für den regelmäßigen Konsum einer Familie mit Durchschnittseinkommen eher ungeeignet. Wie lassen sich Kunden dennoch vom Kauf überzeugen und welchen zusätzlichen Mehrwert bieten Sie?

Unser Preis-Leistungsverhältnis ist sehr gut, da wir einen hohen Wareneinsatz auf Grund der Hochwertigkeit unserer Zutaten haben. Ein Verbraucher würde pro Flasche mehr bezahlen, wenn er die einzelnen Produkte selber einkaufen würde. Natürlich sind es meistens die Feinschmecker, deren Gaumen dies herausschmecken.

Ich bin aber bei Verkostungen immer wieder überrascht, wie viele Kinder total auf unsere Saucen abfahren. Eigentlich hatte ich die als Zielgruppe gar nicht auf dem Schirm, aber die wissen einfach instinktiv was gut ist.

Wir haben einen integrativen Betrieb in Zusammenarbeit mit den VIA Werkstätten aufgebaut. Wir spenden einen Teil, des hoffentlich bald entstehenden Gewinns, an karitative Projekte in Indien, welche wir persönlich betreuen, so dass wir wissen, wo unsere Spenden landen. Zur Zeit gibt es noch keinen Gewinn, daher spenden wir aus eigener Tasche.

Salatfritz am Arbeitsplatz

Gibt es bereits Restaurants der gehobenen Küche, die zur Kundschaft der Salatfritz-Saucen zählen und ihren Gästen den erlesenen Geschmack anbieten?

Die Gourmet Köche Bettina Seitz von `Mühlenhof Culinaria` und Ralf Hiener von `Essbare Landschaften` nutzen meine Saucen bei gegebenen Anlässen. In Bremen gibt es die `Presse Bar Cusine` und in Brandenburg wird die `Rolls Royce Betriebs Kantine` die Saucen in Kürze anbieten.

Wer genau ist die Person, die hinter dem Salatfritz steht und wohin soll sich das junge Unternehmen in der Zukunft entwickeln?

Ich bin ich und ich koche mit Liebe zum Detail. Ich glaube daran, dass die Kraft der Gedanken eine physikalische Größe ist, welche man auch schmecken kann. Ich bin überzeugt davon, dass es einen großen Unterschied zwischen Handarbeit und maschineller Lebensmittelherstellung gibt.

Die beste Küche ist die von Mutter, denn die kocht “immer” von Herzen.

So sollen Salatfritz Saucen auch in Zukunft per Handarbeit hergestellt werden. Falls die Kapazitäten unserer Manufaktur in Berlin überschritten werden, ist das Ziel weitere Manufakturen in anderen Städten aufzubauen. So werden die Wege kürzer, die Qualität bleibt erhalten und der regionale Charakter wird gewahrt.

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